Das erste Foto entscheidet, ob jemand Ihr Inserat öffnet oder weiterscrollt. Die gute Nachricht: Für brauchbare Immobilienfotos brauchen Sie keine Profikamera. Ein aktuelles Smartphone reicht, wenn Sie ein paar Dinge beachten. Diese neun Tipps zeigen, worauf es ankommt, und am Ende sehen Sie an echten Beispielen, wann sich eine nachträgliche Aufbereitung lohnt.
Vor dem Fotografieren
1. Den richtigen Zeitpunkt wählen
Fotografieren Sie bei Tageslicht, am besten an einem hellen, leicht bewölkten Tag. Dann fällt das Licht weich in die Räume, ohne harte Schatten oder grelle Flecken. Für Außenaufnahmen gilt: Die Sonne sollte nicht direkt gegen die Kamera scheinen. Schauen Sie vorher, zu welcher Tageszeit Ihre Hausseite im Licht liegt.
2. Licht hereinlassen
Ziehen Sie Vorhänge auf, öffnen Sie Rollläden ganz und schalten Sie zusätzlich die Deckenbeleuchtung ein. Mehrere Lichtquellen machen den Raum gleichmäßiger hell. Den Blitz lassen Sie aus: Er wirft harte Schatten und spiegelt sich in Fenstern und Fliesen.
3. Den Blick frei machen
Persönliches wie Familienfotos, Post, Magnete am Kühlschrank oder Handtücher lenkt vom Raum ab. Was sich in ein paar Minuten wegräumen lässt, räumen Sie weg. Was nicht geht, etwa ein voller Keller oder Möbel, die noch gebraucht werden, kann nachträglich digital entfernt werden. Dazu weiter unten mehr.
Beim Fotografieren
4. Querformat und normale Linse
Halten Sie das Handy quer. So passen die Fotos zu allen Immobilienportalen. Nutzen Sie die normale Linse (1×) oder höchstens einen leichten Weitwinkel. Der extreme Weitwinkel (0,5×) lässt Räume zwar größer wirken, verzerrt aber Wände und Möbel. Interessenten merken das spätestens bei der Besichtigung.
5. Auf Hüfthöhe und gerade
Fotografieren Sie aus etwa einem Meter Höhe statt aus Augenhöhe. Dann wirken Räume natürlich, und Tische und Arbeitsflächen sind gut zu sehen. Schalten Sie in der Kamera die Gitterlinien ein und richten Sie senkrechte Kanten wie Türrahmen und Wandecken daran aus. Schiefe Linien fallen sofort auf und lassen einen Raum unruhig wirken.
6. Aus der Ecke oder dem Türrahmen
Stellen Sie sich in eine Raumecke oder in den Türrahmen und fotografieren Sie diagonal in den Raum. So zeigen Sie zwei bis drei Wände und damit die Größe des Zimmers. Pro Raum lohnen sich zwei Perspektiven, dazu Bilder von Besonderheiten wie Kamin, Einbauküche, Ausblick oder Garten.
7. HDR an, Hand ruhig
Aktivieren Sie die HDR-Funktion. Sie gleicht helle Fenster und dunkle Ecken aus. Halten Sie das Handy dabei einen Moment ruhig oder stützen Sie die Hände ab. Für dunkle Räume wie Keller hilft ein kleines Stativ.
Nach dem Fotografieren
8. Die besten Bilder auswählen
Weniger ist mehr: Wählen Sie pro Raum das stärkste Bild und sortieren Sie die Fotos wie einen Rundgang, vom Eingang über Wohnbereich und Küche bis zu Schlafzimmern, Bad, Keller und Garten. Als Titelbild nehmen Sie das Foto, das Ihre Immobilie am besten zusammenfasst. Das ist oft der Wohnbereich oder die Außenansicht im besten Licht.
9. Ehrlich bleiben
Fotos sollen den echten Zustand zeigen. Mängel wegzuretuschieren, Räume größer erscheinen zu lassen oder bauliche Details zu verändern, rächt sich bei der Besichtigung und kann rechtliche Folgen haben. Wurde ein Bild digital möbliert oder deutlich bearbeitet, gehört ein Hinweis dazu, zum Beispiel „Visualisierung, digital bearbeitet“. Personen, Nachbarhäuser und Autokennzeichen sollten nicht erkennbar sein.
Wann sich eine Aufbereitung lohnt
Manchmal gelingen die Fotos trotz aller Tipps nicht: Der Raum ist zu dunkel, die Linien sind schief, oder es steht zu viel herum, das sich nicht wegräumen lässt. Dann lohnt sich eine nachträgliche Aufbereitung. Zwei Beispiele aus einem echten Auftrag, einem Einfamilienhaus von 1950, gezeigt mit Erlaubnis des Eigentümers:
Je nach Ausgangslage reichen unterschiedliche Schritte:
- Fototuning: Licht, Farben und gerade Linien. Am Raum selbst wird nichts verändert.
- Digitale Entrümpelung: Persönliches und Störendes verschwindet aus dem Bild, zum Beispiel volle Regale oder Kartons.
- Virtuelle Einrichtung: Leere oder sehr volle Räume werden am Computer neu eingerichtet, damit Interessenten sehen, wie sie wirken können. Diese Bilder werden immer gekennzeichnet.
Checkliste für Ihren Fototermin
- Heller Tag, Vorhänge auf, alle Lampen an, Blitz aus
- Persönliches wegräumen, soweit es schnell geht
- Querformat, Linse 1×, HDR an, Gitterlinien an
- Aus etwa 1 m Höhe, aus der Raumecke, senkrechte Linien gerade
- Pro Raum zwei Perspektiven, dazu Außenansicht und Besonderheiten
- Beste Bilder auswählen und als Rundgang sortieren
- Bearbeitete Bilder kennzeichnen, nichts beschönigen
Fazit
Mit Tageslicht, der richtigen Höhe und geraden Linien gelingen schon mit dem Handy ordentliche Immobilienfotos. Wenn Zeit, Licht oder Möbel nicht mitspielen, bereiten wir Ihre Handyfotos auf: vom Fototuning über die digitale Entrümpelung bis zur virtuellen Einrichtung, zum Festpreis und ohne Termin vor Ort. So unterstützen wir Ihren Privatverkauf.
Passend dazu: Basic-Paket (Fototuning), Premium-Paket (mit Entrümpelung), Exposé erstellen lassen und unser Ratgeber Immobilie privat verkaufen ohne Makler.